SIX DAYS 2012 – TAG 1/6
veröffentlicht am 25.09.2012 / created by Bernhard Walch
Frankreich in Führung vor Australien und Finnland – Österreich auf Platz 12!
Als der Morgen graut und die Sonne langsam die Nacht verdrängt, herrscht bereits quirliges Treiben im Hauptquartier der Österreicher. Der Montag ist angebrochen und endlich geht es wirklich ans Fahren. Punkt 7:45 Uhr startet Eero Reemes als erster Fahrer in die Runde und eröffnet damit das Renngeschehen der Red Bull Six Days 2012. Kurze Zeit später geht mit Teamkapitän Bernhard Walzer der erste rotweißrote Vertreter auf die 240 Kilometer lange Runde. Der erste Bewährungstest wartet bereits einige Minuten nach dem Start in Form der Sonderprüfung in Erlbach. Spätestens ab da zählt jede Sekunde wenn die Uhr unerbittlich tickt.
Mit Frankreich ist die bereits im Vorfeld favorisierte Mannschaft erwartungsgemäß bereits am ersten Tag in Führung gegangen. Kein Wunder, finden sich unter den ersten sechs gleich vier Franzosen. Dahinter aber mit Australien die erste kleine Überraschung und die Finnen auf Platz 3, die mit Problemen am Nachmittag vielleicht heute unter Wert geschlagen wurden. Die Six Days 2012 sind aber erst einen Tag alt, es ist noch lange nichts entschieden.
Das gilt auch für die Mitglieder des World Trophy Team Austria, die sich heute mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung auf Platz 12 einreihen und damit eine solide Basis für die kommenden Tage geschaffen haben. Belgien und Tschechien liegen in Sichtweite und so wird man sich vorerst an diesen beiden Teams orientieren. Lars Enöckl wird dabei als Tagesschnellster Österreicher die Zeitenjagd des Trophy Teams eröffnen und alles daran setzen, weiter Boden gut zu machen. Dies gilt auch für den Rest der Truppe, die hoch motiviert auf Tag 2 blickt. Bernhard Walzer meinte bereits gestern kurz nach dem Zieleinlauf, dass er heute den Turbo zünden wird und speziell im langen Endurotest von Thalheim voll attackieren will.
Auf der 11 Kilometer langen Sonderprüfung lässt sich am meisten Zeit machen, aber auch sehr viel verlieren, wie Gastgeberland Deutschland zeigt. Christian Weiss würgte in Thalheim sein Motorrad ab und brachte es erst nach rund 15 Minuten wieder zum Laufen. Zeit in der Sonderprüfung weg und danach bei der nächsten Zeitkontrolle auch noch eine Strafe ausgefasst. Davor sorgte Edi Hübner mit Zünddefekt an seiner Yamaha bereits für das Streichresultat des Tages. Team Germany beendet den Tag somit hinter Team Austria auf Platz 14 und steht vor heimischer Kulisse schon etwas unter Zugzwang. Wo immer ein deutscher Fahrer auftaucht, bricht aber die Hölle unter den zahlreichen Zuschauern aus, die fast an jeder Ecke ihre Begeisterung lautstark bekunden. Ganze Schulklassen sah man vielerorts mit Fahnen und Tröten bewaffnet die Fahrer anfeuern. An Unterstützung mangelt es also nicht und so wird das deutsche Team heute alles versuchen, verlorenen Boden wieder gut zu machen.
Weiter Boden gut machen und eine geschlossene Leistung abliefern, ist auch die Devise im österreichischen Team. Am zweiten Tag geht es auf die selbe Runde wie gestern mit rund 7 Stunden Fahrzeit und 240 Kilometer Streckenlänge. Auf der Schleife warten drei Sonderprüfungen, die zweimal am Tag absolviert werden, was in Summe fast eine Stunde Sonderprüfungszeit ergibt. Die Uhr läuft heute wieder ab 8:16 Uhr und im Endurotest von Thalheim sieht auch Rudi Pöschl auf der Husaberg die meiste Luft nach vorne. Der lange Tiroler hatte gestern dort Bodenkontakt und so sollte heute mit einem optimalen Lauf eine bessere Zeit herausspringen, da ihm der Test sonst gut liegt. Ohne Bodenkontakt kam auch der Rest der Truppe nicht über die Runde. Markus Tischart und Daniel Stocker hatten auch das eine oder andere Geschichtchen zu erzählen. Vom ruhigen Matthias Wibmer konnte man weniger entlocken, seine Zeiten sprachen aber für ihn. Am Ende des Tages kamen dann die Burschen nochmals ordentlich ins Schwitzen, galt es doch die Renngeräte vor dem Abstellen im Parc Fermé zu servicieren, inklusive Reifenwechsel und was sonst so ansteht. Dafür gibt es maximal zehn Minuten Zeit, und jeder der schon einmal einen Mousse bestückten Reifen getauscht hat weiß, was dies heißt.
Erster Tag also gut überstanden für das rotweißrote Trophy Team mit homogener Leistung aller Mitglieder, grundsolider Platzierung und vor allem ohne Probleme über die Runde – Tag 2 kann kommen!
Der wird auch vom Junior Trophy Team schon heiß erwartet, stellten sich die Juniors doch auf Platz 14 und lieferten ebenfalls eine grundsolide Leistung ab. Dabei begann der Tag nicht ganz ohne Probleme. Felix Wegleitner verbog gleich im ersten Test die Auspuffbirne seiner KTM, konnte diese aber bei der nächsten Zeitkontrolle wechseln und danach lief es wieder reibungslos für den Blondschopf. Besser erging es Walter Feichtinger, der im ersten Test eine Spitzenzeit ablieferte und auch im Verlauf des Tages die Leistung auf seiner KTM konstant hielt. Dies gilt auch für Bruder Michael Feichtinger und Florian Salbrechter auf der Husaberg, die mit ihren Zeiten eine gute Basis für die kommenden Tage geschaffen haben. Bei den Junior Teams liegen die Italiener nach dem ersten Tag in Front, gefolgt von England und Australien. Von Platz 6 mit Portugal bis Platz 14 mit Österreich sind nur 10 Minuten Differenz – alles möglich also für die Juniors.
Kommt der Tag, bringt der Tag!
Live-Ticker unter: www.fim-isde-live.info
Red Bull Six Days 2012 – Impressionen Tag 1














































