SCHÖGLER ÖSTERREICHISCHER MX2-MEISTER 2011
veröffentlicht am 20.09.2011
Marco Schögler feierte am vergangenen Wochenende in Dechantskirchen (ST) seinen ersten österreichischen Motocross-Meistertitel. Im folgenden schildert jener Mann die packende Titelentscheidung, der die ganze Saison über sein schärfster Konkurrent war und dann "nur" Vize-Meister wurde – Peter Reitbauer.
Mit fünf Laufsiegen in insgesamt zwölf Rennen konnte sich Schögler am Ende der Saison knapp gegen seinen KTM Teamkollegen Peter Reitbauer durchsetzten. Dieser feierte nur zwei Laufsiege, landete aber sechs mal auf Platz 2, zweimal auf Platz 3 und hat als schlechtestes Saisonresultate den fünften Platz vom letzten Rennen der Saison und einen Ausfall in Kirchschlag zu buche stehen. Dritter in der Gesamtwertung wurde der Vorjahres-Meister Manuel Obermair, ebenfalls auf einer KTM, jedoch einer 125er-Zweitakt.
Peter Reitbauer (Vize-Meister MX2 ÖM 2011):
„Nach meinem bösen Sturz eine Woche zuvor in Kirchschlag ging ich mit gemischten Gefühlen ins MX2-Saisonfinale auf meiner Lieblingsstrecke in Dechantskirchen. Zum einen konnte ich die ganze Woche nicht trainieren und wusste nicht ob ich schmerzfrei Motorrad fahren kann, zum anderen wusste ich, wenn ich den Vizetitel unter diesen Umständen holen konnte, dann auf dieser Strecke.
Die Ausgangslage
Mit 21 Punkten Rückstand auf Marco sollte es für diesen, unter normalen Umständen, nur noch Formsache sein, den Titel ins Trockene zu bringen. Nur fünf Punkte Rückstand vor dem großen Finale hatte der zu diesem Zeitpunkt noch regierende Meister Manuel Obermair auf mich, und durch dessen steigende Formkurve wusste ich, dass mich Schwerstarbeit erwarten würde.
Zeittraining
Ich fühlte mich von Beginn an sehr gut am Motorrad, praktisch schmerzfrei, nur kleine Konzentrations- und Atemprobleme verspürte ich in der Qualifikation, wo ich meine 250er-KTM auf Startplatz 5 stellte. Mani war zweitschnellster, Marco fixierte seine sechste Pole im sechsten Rennen – auf eine Runde ist der einfach eine Macht, im Rennen sollte es diesmal aber anders laufen …
Lauf 1
Ich erwischte einen mittelmäßigen Start, doch meine KTM machte gewaltig Meter über die lange bergauf Startgerade und als sich Marco und der deutsche Gaststarter Dennis Baudrexl (Anm. Red.: Rang 2 und 1 beim MX2-Saisonauftakt) in der ersten Kurve nicht einig waren, flutschte ich innen beinahe an beiden vorbei. Nach der zweiten Kurve lag ich auf Rang 2, hinter Baudrexl und vor Marco. Baudrexl begann gleich zu forcieren, aber ich hatte meinen Rhythmus bereits nach zwei Runden gefunden und begann ebenfalls Druck zu machen.
Dasselbe dachte sich Marco und so spulten wir konstant unsere Runden ab, bis es nach gut zehn Minuten aufgrund eines schweren Sturzes eines langsameren Fahrers zum Rennabbruch kam. Für einen Moment dachte ich, dass nun einfach alles gegen mich läuft, ich hatte doch einen so guten Start erwischt und war auf dem Weg Richtung Podium, und nebenbei war Obermair zum Zeitpunkt des Abbruchs nur auf Rang 7. Cool bleiben war nun die Devise.
Und das tat ich, den beim Neustart wiederholte sich das Spiel in der ersten Kurve beinahe wieder. Diesmal kam ich hinter Baudrexl und Marco auf Rang 3 aus der ersten Runde zurück. Ich spürte schon zuvor eine gewisse Lockerheit an diesem Tag in mir, der große Druck von Kirchschlag, als ich gewinnen „musste“, war von meinen Schultern und dementsprechend befreit zog ich meine Runden. Diesmal musste Marco eine große Last tragen und so kam es auch, dass dieser bei einer kleinen Unachtsamkeit seinen Motor ausbremste und ich eiskalt innen vorbeiging. Doch er gab nicht auf und machte weiter Druck.
Ich gab alles und fuhr am Ende als Zweiter nur fünf Sekunden hinter Baudrexl durchs Ziel. Marco wurde Dritter und so verkürzte ich den Abstand vor dem alles entscheidenden Finallauf auf 19 Punkte. Dennoch waren meine Chancen auf den Titel nur noch von theoretischer Natur, denn sogar bei einem Ausfall von Marco hätte ich zumindest Dritter werden müssen um Meister zu werden. Doch ich machte einen Riesenschritt in Richtung Vizetitel, denn Obermair büßte als Vierter weitere vier Punkte ein und hatte somit vor Lauf 2 bereits neun Punkte Rückstand auf mich.
Lauf 2
Im zweiten Rennen musste ich die Entscheidung bringen. Diesmal verhaute ich den Start so richtig und lag zu Beginn nur im Mittelfeld. Ich arbeitete mich bis auf Platz 6 nach vorne, Kurt Machtlinger war dann aber, wie schon so oft, eine harte Nuss. Ich fand einfach keinen Weg an Machti vorbei, doch blieb cool, denn ich bekam stets die Signale aus der Box auf welchen Platz sich Obermair gerade befand. Dieser ackerte sich, ebenfalls nach schlechtem Start, bis auf Rang 3 nach vorne. Dies bedeutete für mich eigentlich alles im grünen Bereich und als Marco dann überhaupt kein Risiko mehr einging und sich zurückfallen ließ und ich Platz 5 einnahm, wusste ich, dass mich eigentlich nur mehr ein technischer Defekt oder ein Sturz von meinem ersten Vizestaatsmeistertitel abhalten konnte.
In den letzten Minuten blieb alles beim Alten, die Zeit zum Feiern war angebrochen: Marco freute sich riesig über seinen ersten Staatsmeistertitel und ich war – in Anbetracht der Umstände von Kirchschlag – auch mit dem Vizemeistertitel überglücklich.
Zum Schluss möchte ich mich bei allen bedanken die diesen Erfolg möglich gemacht haben. Ganz ist meine Saison nun aber noch nicht zu Ende, denn am 2. Oktober steigt im burgenländischen Großhöflein noch das Saisonfinale der MX-Open ÖM, wo ich noch gute Chancen auf Gesamtrang 4 habe.“















































