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News: Deutschland
30.03.2009
Quer durch Indien - Teil 6
Über 100 km begleitet uns der Brahmaputra. Weite Schwemmlandzonen der Flüsse, die aus den Bergen in den grossen Strom münden, prägen das Bild. Noch einmal besuchen wir den indischen Himalaya.
Das Ziel, das einst abgeschottete Königreich Sikkim. Hier dominiert der Buddhismus. Hier findet man versteckte uralte Klöster, in denen die Mönche ihre Traditionen pflegen. Hier in Sikkim ist alles steil. Steile Rampen, steile Kurven, steile Spitzkehren. So steil, dass wir manchmal über den ersten Gang nicht hinauskommen. Aber auch so schön, hier in wunderbaren Kurvenkombinationen den 115 PS freien Lauf zu lassen. Nur der Blick auf die grandiose Welt der schneebedeckten Eisriesen, die über 8000 m aufragen, bleibt uns versagt.
 
Es ist trübe und in Darjeeling, der Stadt des Tees, der Königin der alten britischen Hillstations, wird es nicht besser. Noch immer schnauft hier eine alte dampfbetriebene Schmalspurbahn aus dem Beginn des letzten Jahrhunderts hinauf. Die steilen Hänge der Teefelder verlieren sich tief unten im nebel- und dunstverhangenen Tal in der Ebene West Bengalens. Wie stehen vor der Grenze zum Bundesstaat Bihar, der jedes Jahr von den Monsunfluten heimgesucht wird. Es ist der ärmste Staat Indiens und auch derjenige mit der höchsten Kriminalität. Banditen sollen hier in abgelegenen Gebieten ihr Unwesen treiben. Auch sonst sollen die Menschen Bihars Fremden gegenüber nicht wohlgesonnen sein. Das spüren wir auch im Norden entlang des breiten Ganges.
 
Es kostet und einige Überredungskunst die Adventure über Nacht in einen “sicheren” Hof mit Kühen, Müll und Unrat unterzubringen. Nach Einbruch der Dunkelheit ist die Strasse für uns tabu, zu gefährlich, so das Hotelpersonal. Wir sind froh, die KTM wohlbehalten am nächsten Morgen aus ihrer ungastlichen Umgebung zu befreien. Allen Vorurteilen zum Trotz, in Zentral- und Südbihar findet das wahre, echte indische Leben statt. Auch die Menschen zeigen wieder ein Lächeln. Leuchtende Kornfelder, kleine Dörfchen mit strohbedeckten Hütten, Ochsenkarren mit riesigen Holzrädern, im Hintergrund sanft geschwungene rotbraune Hügelketten, hier und da ein Farbklecks aus grünen Reisfeldern und Palmen, für uns ein scheinbares Idyll. Für die Menschen, die mit blosen Händen frischen Kuhmist von der Strasse als Brennstoff aufsammeln, ein hartes Leben.
 
Untrennbar ist Bihar mit dem Leben Buddhas verbunden. Der Religionsstifter soll hier vor rund 2500 Jahren unter einem Bodhbaum erleuchtet worden sein. Der kleine Ort Bodh Gaya ist das religiöse buddhistische Pilgerzentrum Welt weit. Es ist ein Ort der bewegt. Die KTM hat Husten, der Luftfilter ist dicht. Dieselruss und Staub der vergangenen 12000 km haben die Lamellen förmlich zugeklebt. Gut, dass wir Ersatz dabei haben und morgen mit voller Leistung Varanasi ansteürn können. Zuvor machen wir jedoch noch einen Abstecher in den Bundesstaat Jharkhand. Hier warten herrliche Pisten auf uns, die kleine Dörfchen miteinander verbinden.
 
Es ist der 24. Staat Indiens, den wir durchfahren, vier blieben uns auf Grund der politischen Situation verschlossen. Nach der Durchqürung von Bangladesch ist auch Teil zwei der Mission erfüllt. Varanasi, die Stadt am Ufer des Ganges, ist der wohl heiligste Ort für Hindus und eine der ältesten Städte der Welt. Tausende kommen täglich zum Fluss, um an den Badeghats religiöse Waschungen durchzuführen und den hochverehrten Strom anzubeten. Von überall leuten Glocken und fromme Gesänge machen diesen Ort zu etwas ganz Besonderem. Hier am Ganges erlebt man die unterschiedlichsten Formen des Hinduismus hautnah. Es ist eine fesselnde und verwirrende Stimmung der ganz besonderen Art.
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